Samsung Electronics, das im Halbleiter-Foundry-Sektor bisher weit hinter dem taiwanesischen Konkurrenten TSMC zurücklag, konzentriert sich nun darauf, seine technologische Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und den Rückstand aufzuholen. Aufgrund niedriger Ausbeuteraten hatte Samsung beim anfänglichen Rollout seines fortschrittlichen 3-nm-Prozesses mit Schwierigkeiten zu kämpfen, konnte die 3-nm-Technologie jedoch inzwischen stabilisieren und arbeitet daran, den Abstand zu TSMC bei 2-nm-Prozessen zu verringern. Branchenkenner prognostizieren, dass Samsungs Foundry-Geschäft ab 2027 profitabel sein wird, sobald die Waferfabrik in Taylor, Texas, ihre Kapazität schrittweise erhöht. Dies markiert den offiziellen Beginn von Samsungs ernsthafter Auseinandersetzung mit TSMC.
2-nm-Kapazitätserweiterung
Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research prognostizierte am 20., dass Samsungs 2-nm-Prozesskapazität um 163 % steigen wird – von 8.000 Wafern pro Monat im Jahr 2024 auf 21.000 Wafer pro Monat bis Ende nächsten Jahres. Diese Kapazitätserweiterung basiert auf der stabilen Ausbeute des 2-nm-Prozesses von Samsung. Counterpoint Research erklärte: „Da Samsung in Bereichen wie Mobilfunk, Supercomputing und Künstlicher Intelligenz immer mehr Kunden gewinnt, könnten die Fortschritte im 2-nm-Prozess einen entscheidenden Wendepunkt darstellen. Sollten sich die Ausbeuten weiter verbessern und die Massenproduktion im Werk Taylor reibungslos verlaufen, wird Samsung voraussichtlich erstmals seit Generationen den Wettbewerbsabstand zu TSMC im Bereich modernster Fertigungsprozesse deutlich verringern.“
Aktuell wird die Ausbeute des 2-nm-Prozesses von Samsung auf 55 bis 60 % geschätzt. Dieser Fortschritt hat zahlreiche Großkunden dazu bewogen, den fortschrittlichen Prozess zu übernehmen. Im Juli dieses Jahres unterzeichnete Samsung einen Vertrag mit Tesla über 16,5 Milliarden US-Dollar (ca. 24,28 Billionen Won) zur Produktion des AI6-Chips der nächsten Generation. Darüber hinaus sicherte sich Samsung Aufträge für seinen Exynos 2600 Smartphone-Anwendungsprozessor (AP) von Samsung Systems LSI, Bildsensoren von Apple sowie ASICs für das Kryptowährungs-Mining von den chinesischen Unternehmen WIFI und Canaan Technology. Auch Qualcomms APs werden in Kürze erwartet.
Flexible Preisstrategien locken Kunden an.
Laut Daten von TrendForce dominierte TSMC im zweiten Quartal den Markt für Wafer-Foundries mit einem Marktanteil von 70,2 %, während Samsung Electronics einen Marktanteil von 7,3 % erreichte. Diese Lücke verringerte sich 2019 auf 30 Prozentpunkte, hat sich seither aber wieder vergrößert.
Die Technologiebranche ist jedoch allgemein der Ansicht, dass Samsung im Bereich der 2-nm-Fertigung mit TSMC konkurrieren kann. Samsung führte die Gate-All-Around (GAA)-Technologie in seinem 3-nm-Prozess ein, die den Leckstrom minimiert und die Leistung sowie die Energieeffizienz im Vergleich zu herkömmlichen FinFET-Designs deutlich verbessert. Samsung nutzte die GAA-Technologie ab dem 3-nm-Prozess, während TSMC erst im 2-nm-Prozess damit begann. Ein Branchenkenner merkte an: „Samsung meisterte die Herausforderungen des 3-nm-Prozesses und sammelte umfangreiche Erfahrungen mit GAA. Dadurch befindet sich das Unternehmen in einer völlig anderen Position als TSMC, das diese neue Technologie erst jetzt einsetzt.“
TSMC verzeichnet derzeit einen Auftragsboom von Großkunden wie Nvidia und Apple. Berichten zufolge hat TSMC den Preis seiner 2-nm-Wafer im Vergleich zu früheren Generationen um 50 % erhöht. Diese Situation könnte Samsung zugutekommen, das mit flexiblen Preisstrategien um Kunden wirbt. Durch die Fokussierung auf die Gewinnung diversifizierter Prozesskunden und Produktionsvolumina zeigt Samsungs Foundry-Geschäft Anzeichen einer Erholung. Kürzlich konnte Samsung Produktionsaufträge von den US-amerikanischen KI-Halbleiter-Startups Chabarite (4 nm) und Anaphae (28 nm) sowie dem südkoreanischen Startup DeepX (2 nm) gewinnen. Ein Branchenkenner kommentierte: „TSMCs Fokus auf Tech-Giganten wie Nvidia und Apple erschwert es ihnen, neue Aufträge anzunehmen und gleichzeitig die Waferpreise zu erhöhen. Dadurch entsteht eine Marktnische, die Samsung nutzen kann.“
Gewinnziele erreichen
Die Technologiebranche erwartet, dass Samsungs Foundry-Geschäft, das seit Jahren vierteljährlich Hunderte von Milliarden Won Verlust macht, ab 2027 wieder profitabel sein wird. Dies wird größtenteils auf die erwarteten Kapazitätserweiterungen im Werk in Austin und die Massenproduktion von Teslas AI6-Chip im Werk in Taylor zurückgeführt, die 2027 beginnen soll.
In seiner Ergebnispräsentation für das dritte Quartal erklärte Samsung: „Wir haben Rekordaufträge für zukunftsweisende Verfahren erhalten, darunter Großkundenverträge für unseren 2-nm-Prozess. Mit dem Beginn der Massenproduktion neuer Produkte, die unseren 2-nm-Prozess nutzen, erwarten wir eine weitere Leistungssteigerung durch kontinuierliche Produktivitätssteigerungen und kosteneffiziente Maßnahmen.“
Veröffentlichungsdatum: 10. November 2025
